Musikunterricht steigert Konzentration? Bullshit!

Musikunterricht und Musizieren steigert die Konzentrationsfähigkeit? Ich halte das für Bullshit. Musikunterricht und Musizieren kann wesentlich mehr!

Musizieren – wie lange gibt es das schon? Wir wissen, dass die älteste Knochenflöte an die 42.000 Jahre alt ist. Vermutlich reicht es aber weitaus weiter zurück. Schließlich ist die Gattung Homo Sapiens ca. 200.000 Jahre alt. Und dem Vorfahren, dem Homo erectus und der Nebengattung zum Sapiens, dem Homo neanderthalensis, möchte ich die Freude an der Musik gar nicht absprechen. Mag es sich mindestens auf Tanzen und Singen konzentriert haben, gab es sicherlich erste Instrumente. Wie eben die genannte Flöte.

Ich glaube kaum, dass der frühe Mensch musiziert hat um seine Konzentrationsfähigkeit zu steigern, oder um sein Denkvermögen zu erweitern. Es ist einfach Teil seiner Genetik, oder seiner Göttlichkeit, die ihm einfach von haus aus inne wohnt. Die Urform des Singens (die Stimme, ein Teil des Ausdrucks), und das elementare Tanzen (die Erfahrung seinen Körper zu spüren) – das ist einfach Teil des organischen Menschen. Es ist in uns allen angelegt. Angelegt in den Genen und dadurch grundständigster Bestandteil unserer nach außen getragener Persönlichkeit.

Mir reißen da beinahe jedes Mal die Gitarren-Saiten, wenn ich von Musikschulen bzw. Musiklehrern und –lehrerinnen lese, dass Musik die Konzentration fördert, das Denkvermögen steigert, die Noten verbessert, meinetwegen Sozial-Kompetenzen fördert. Natürlich ist das richtig. Diese Aussagen stimmen alle. Aber es ist oberflächlich gedacht, dies als  „Aufhänger“ für seine Werbung zu nutzen bzw. für sich selbst, oder als Argument von Eltern für Kinder. Natürlich ist das ehrbar wenn Eltern ihre Sprösslinge in den Musikunterricht schicken, weil sie eben das Beste für ihr Kind wollen.


Musikunterricht ist aber mehr als das! Es ist eine Form der Persönlichkeitsentwicklung für das Innere des Kindes. Es bekommt die Möglichkeit, wie oben bei Singen und Tanzen beschrieben, sich selbst zu erfahren und sich selbst eine Stimme zu verleihen.

Ein moderner Musikunterricht, wie man ihn jetzt in Zeiten der Digitalisierung (2022) erfährt, darf nicht mehr den Leistungsdruck ausüben (dass man bessere Noten in der Schule hat), versucht das logische Denkvermögen, also den IQ zu steigern, oder gar diese Geschichte mit dem „Du musst jetzt Instrument lernen, weil …“, – NEIN! Meine Aufgabe als Musiklehrer muss es sein, dem Musikschüler einen Zugang zu seiner sich entwickelnden Persönlichkeit herzustellen, ihn in seinem Ur-Prozess des Singens und Tanzens zu unterstützen. Ihm die Chance geben seine Gefühle kund zu tun, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, Körper, Geist und Seele zu entwickeln, ein Gefühl für Selbständigkeit, das für sich selbst zu stehen zu erfahren, eine Bewusstseinsschaffung über Erfolg/Misserfolg, Disziplin, Frust, Ausdauer und Motivation kennen zu lernen.

Auch wenn das Kind nicht am Musikinstrument dran bleibt, wird es wichtige Erfahrung für sein weiteres Leben mitnehmen. Vielleicht war es in seinem Leben auch nur der eine Baustein, der ihm verhilft genau dort hinzugelangen was sein Lebensentwurf vorsieht. Nicht jedes Kind hat sich im Himmel dazu entschlossen ein Mozart, Chopin, oder Liszt zu werden.
Musikunterricht muss einfach als Investment in seine eigene, oder in die Persönlichkeit des Kindes und weniger als leistungsorientieres, prestigeträchtiges, oder gesellschaftsfähigmachendes Werkzeug gesehen und verstanden werden.

… und diese Entwicklung – ich habe jetzt im Text immer über die Entwicklung des Kindes gesprochen, weil Kinder einfach in der krassesten Entwicklungsphase sich befinden, die das Leben bereitstellen kann, oder wird. Aber meiner Ansicht ja auch aus dem Grund um sich das „beste Werkzeug“ für das Zeitalter des Erwachsens zu wappnen und der Welt und sich selbst mit den besten Bedingungen und Möglichkeiten begegnen zu können.

Wer weiß, welche Sphären ein Erwachsener, der sich bereits die besten Werkzeuge angeeignet hat, erreichen kann???
Leider kenne ich dazu keine Studien, oder „Marketing-Aussagen“ von anderen Musikschulen, da immer nur das Dogma „Als Kind Instrument lernen“ propagiert wird.

Aber gut, vielleicht benötigen wir auch gar keine Studien, da wir ja speziell jetzt im Musikbereich seit der Renaissance extrem hochentwickelte Persönlichkeiten in der Musikgeschichte gefunden haben, bzw. deren Werke (Gott sei Dank!) niedergeschrieben wurden.

Vielleicht sollten wir einfach ab jetzt aufhören den Kindern diese Glaubenssätze aufzudrängen, bzw. ihnen durch diese Aussagen wie „Musikinstrument lernen fördert, die Konzentration“ ihre angelegten Fähigkeiten, Fertigkeiten vorab ihnen ihre Persönlichkeitsentwicklung derart abzusprechen, dass sie in den Glauben kommen, sie könnten dies (bspw. Konzentration) oder sich nicht entwickeln, wenn sie kein Instrument lernen. Vielleicht sind wir Erwachsenen, oder Erziehenden einfach manchmal borniert. Borniert, weil man uns selbst das Gottvertrauen abgesprochen hat und in unsere persönliche Entwicklung eingegriffen wurde.
Ändern wir es jetzt für unser Kinder, Jugendliche und Mitmenschen. In meinem Haus stehe ich dafür ein, eine freie Entwicklung durch Musikunterricht zu ermöglichen. Wie gehst du damit um?

Beste Grüße

Michael

Macht Musizieren attraktiv?

Ein Instrument zu spielen war schon immer magisch für denjenigen, der er es selbst spielt und meist auch noch gleich viel interessanter für diejenigen, die zuhören. Wie oft ertappen wir uns darin, eine Sängerin, einen Sänger, einen bestimmten Musiker/bestimmte Musikerin in den Sozialen Medien und natürlich Youtube uns anzusehen bzw. zu folgen? Die einen verlieben sich in den Interpreten, die anderen finden dieses und jenes Gitarrenspiel faszinierend. Und so mancher Fan verliert sich sogar und besorgt sich jegliches Merchandise.

Zugegebenermaßen finde ich es aber auch attraktiv, wenn ein nicht-prominenter Interpret, oder gar ein Kollege, bekannte Sängerin, usw. deren musikalische Leistung darbieten. Und in zweiter Instanz hat sich sicherlich schon jeder selbst gefragt, ob das auch auf mich selbst zutrifft? Ich denke, dass niemand widerspricht, wenn man behauptet, dass man sich gerne attraktiv, noch besser sexy, oder einfach geil fühlt indem was man tut und/oder kann. (Widerspreche mir gerne im Kommentar, falls du anderer Meinung bist, oder teile deine Meinung mit.)

Die Frage, die wir uns stellen müssen, warum ist das so?

Wenn du attraktive Menschen, die sich selbst gefallen, und die auch anderen gefallen, schon immer einen Riegel vorgeschoben hast, dann höre bitte hier auf zu lesen. Es könnte dich triggern.

Wir sollten uns zuerst einmal den Wortstamm von „attraktiv“ genauer anschauen. Der Volksmund beschreibt dieses Wort, bezogen auf Menschen, meist mit „hübsch, schön, süß, sexy, toll, reizend, etc.“  Bezogen auf Objekte: „Das Preis-Angebot für das neue Instrument“ ist attraktiv.
Attraktiv muss nicht zwangsläufig auf spezielle Gegebenheiten hinweisen. Es kann auch einfach mal das Innere, oder das Gesamtpaket darstellen. Beispielsweise eine Sängerin bringt ihr Inneres (die Stimme) nach außen. Der Gitarrist/Schlagzeuger/Klavierspieler/Geigenspieler/Saxophonist ist attraktiv zusammen mit seinem Instrument.
Natürlich komplett nüchtern betrachtet bedeutet attraktiv einfach nur = anziehend, Anreiz bietend.
Im weitere Sinne: Anziehend aufgrund eines ansprechenden Äußeren.

Warum aber finden wir Musizierende (i. d. R.) attraktiv? Warum reizt uns dieser Typ Mensch so?

Ich glaube einfach, dass Sängerinnen und Sänger, sowie Musiker und Musiker einfach eine Packung Mut gefasst haben, oder einfach großen Focus auf das Erlernen dieser Fähigkeit gelegt haben und nach wie vor legen. Durch dieses sich „Selbst an die Hand“ nehmen entwickelt man im Laufe der Zeit eine Menge Selbstzufriedenheit, weil man sich selbst die Möglichkeit bietet, Musik zu (re)produzieren. Es entfaltet sich Selbstbewusstsein, durch Auftritte auf Bühnen, und Hochladen von Videos/Fotos auf Social Media und Youtube. Es schafft Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Mein inneres Empfinden spiegelt sich einfach im Außen wieder.


Auch für Menschen, die sich nicht permanent, oder gar nicht präsentieren – durch das Singen und Musizieren, sch+++egal wie gut die Qualität der Darbietung ist, fühlt man sich einfach verdammt gut. Und dieses Gefühl lässt sich während des Tuns einfach nicht abstellen. Auch oft nach der Darbietung hält dieses Gefühl oft noch lange an.
Man fühlt sich einfach gut. Das Wohlbefinden wird auf Dauer gesteigert. Ich bin dann einfach EINS mit mir selbst. Die Welt um mich herum verschwindet tatsächlich für Augenblicke.

Genau das dürften einige Punkt sein, die wir als Außenstehende als attraktiv empfinden, und uns anziehend für andere machen.

Wir wissen schon lange aus psychologischen Forschungen, und auch aus diesem 2000 Jahre alten Buch, dass geteiltes Glück nicht weniger wird, sondern sich dupliziert. Es vermehrt sich einfach. Einfach so!

Seien wir mal ehrlich zueinander:

Wie gerne sind wir den glücklich in dem was wir tun?

Und in zweiter Linie:

Wollen wir mit Menschen sein, die glücklich sind?
(Also in unserem Fall, alle die selbst musizieren.)

oder lieber mit Menschen sein, die eher voller Unmut sind?

(also alle jene, die sagen: „Ich lerne so einen Quatsch wie ein Instrument nicht, weil …“)

Ich bin mir sicher, dass Instrument spielen und Singen – egal wie ich aussehe, wie alt ich bin, welcher Herkunft ich abstamme, immer zu ATTRAKTIVITÄT führt.
Das beste daran:   ICH STECKE AUCH NOCH ANDERE DAMIT AN!

Das ist doch eine tolle Win-Win-Situation für deine Mitmenschen und für dich selbst, oder nicht?

… also! Ran an dein Instrument! Ran an deine Stimme! Sei attraktiv und glücklich!



Beste Grüße

Michael C. Barth


Du interessierst dich für Musikunterricht und/oder spielst schon länger mit dem Gedanken, dass du ein Instrument lernen möchtest, aber hast noch keinen Zugang dazu gefunden?

Klick einfach unten auf den Button, da sprechen wir kurz über den Musikunterricht bei uns im Haus. 😉

… schau dir auch mal diesen Beitrag an: THE POWER OF PLAYING A MUSIC INSTRUMENT